„Ich will nicht sterben…“

„…ich will nur, dass es aufhört!“

Man kann den Menschen nur vor den Kopf schauen…. heißt es im Allgemeinen. Das stimmt auch, denn vielen Menschen sieht man ihr Leid nicht an – so gut haben sie gelernt, es sich nicht anmerken zu lassen. Um funktionieren zu können, zwischenmenschliche Kontakte halten zu können, ist es oft nötig, sich eine Maske aufzusetzen, die dem Gegenüber sagt: es ist alles in Ordnung!

Doch im Innern der Person ist nichts in Ordnung. Da gibt es jahrelange Gewalterfahrung, die manchmal kein Ende nimmt, zerstörerische Selbstzweifel, Selbsthass, bodenlose Verzweiflung, ein unerträgliches Gefühl der Leere, fehlende Ich-Identität und keine Idee, wie das Leben überhaupt weitergehen könnte. Da ist die Qual, überhaupt zu leben.

Darüber mit Familie und Freunden zu reden ist schwer, weil diese oft mit der Wucht des unfassbaren Leids überfordert sind oder die akute Thematik als gar nicht so schlimm ansehen. Um Angehörige und Freunde zu schonen oder weil sie sich nicht ernstgenommen fühlen, denken viele – viel zu viele – daran, ihrem Leben ein Ende zu setzen (in Deutschland sind es statistisch gesehen jährlich 10.000 Menschen).

Vielen klingt es wie Hohn, wenn man sagt „das Leben ist ein Geschenk“. Dadurch wird eine Undankbarkeit oder gar Sünde suggeriert, wenn man dieses Geschenk nicht haben will – es nicht erträgt. Ich vermittele meinen Klient*innen lieber: „Das Leben bist du! Schön, dass du da bist. Und du bist es wert, da zu sein! Leid spürst du, weil man dir Unrecht angetan hat. Hol dir mit allem Recht zurück, was dein ist – dein Leben!“

Das schafft man aber nicht allein und so soll es ja auch nicht sein. Es gibt Hilfe, die man in Anspruch nehmen darf, so zum Beispiel beim Kölner Netzwerk für Suizidprävention. Hier gibt es viele Hilfsangebote – auch in Akutsituationen. Hier sind Menschen, die zuhören, mitfühlen und helfen. Ein Klick auf den Link – ein Anruf – lohnt sich. Das Kölner Netzwerk für Suizidprävention ist ein Zusammenschluss von derzeit acht Kölner Organisationen und Expert*innen aus dem Bereich seelische Gesundheit, Psychiatrie, Krisenhilfe sowie psychologische und und psychiatrische Versorgung/Betreuung. Das Ziel des Netzwerks ist, Menschen in psychischen Krisen sowie mit psychischen Erkrankungen und insbesondere in suizidalen Krisen zu unterstützen.

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